Was ist Hypnose? - Hypnosepraxis Rösch

Was ist Hypnose?

„Hypnose ist für den Geist, was Atmung für die Lunge ist.“ Stin-Niels Musche

Die Hypnose als spezieller Zustand

hypnose-steine als turm vor riesigem Ausblick, verdeutlicht fokussierung

Die Hypnose ist ein Zustand der fokussierten Aufmerksamkeit. Meist ist der Körper angenehm entspannt. Sie ist ein anderer Bewusstseinszustand, zwischen Wachen und Schlafen. Dabei gibt es unterschiedlich tiefe Hypnosezustände: leichte Hypnose beispielsweise beim Lesen eines Buches und tiefere Hypnose z.B. direkt vor dem Einschlafen. Hier entspannt sich der Körper völlig, aber die Sinne sind noch nicht ausgeschalten.
In einer Hypnosesitzung erleben wir meistens eine tiefe Trance, sind geistig hellwach und vollkommen aufmerksam. Die Aufmerksamkeit ist jedoch eher nach innen gerichtet. Trotzdem hören wir zu jeder Zeit die Stimme des Hypnotiseurs und alles, was um uns herum passiert. Nun darf das Unterbewusstsein in den Vordergrund rücken. Dabei können wir Gefühle erleben und unsere Vorstellungskraft wird merklich erhöht. So ist es auch möglich, die Ursachen von Problemen, die uns schon lange beschäftigen, zu erkennen und zu bearbeiten. Auch entdecken wir eventuelle Blockaden und falsche Glaubenssätze, die auf eine einfache Art und Weise aufgelöst werden können. Oft verursachen kleine Traumata in der Kindheit psychische Verletzungen, weil Situationen falsch eingeschätzt wurden und auf eine problematische Weise interpretiert wurden. Dies wurde aus unserem Bewusstsein verdrängt, ist aber in Hypnose zugänglich und kann dann umprogrammiert werden. Das bedeutet, dass die synaptischen Verbindungen im Gehirn, die ein Erlebnis mit einer bestimmten Emotion verbinden, aufgefunden, getrennt und mit einer anderen Emotion verknüpft werden können.

Häufige Fragen zur Hypnose

Es gibt kein spezielles „Hypnosegefühl“. Die einen fühlen sich ganz leicht, andere fühlen sich schwer und entspannt und wieder andere fühlen sich ganz „normal“ und bemerken überhaupt keinen Unterschied zum Wachbewusstsein. Sie werden in Hypnose alles hören und alles mitbekommen, was um Sie herum geschieht. Auch wird Ihr logischer Verstand nie schlafen und vielleicht öfter etwas hinterfragen oder kommentieren. Deshalb passiert es immer wieder, dass Klienten nach der Hypnose sagen: „Ich weiß gar nicht, ob ich in Hypnose war, ich habe alles gehört!“ Aber keine Sorge: eine ausgebildete Hypnotiseurin sieht die Anzeichen einer Hypnose sehr deutlich und kann mit Sicherheit beurteilen, ob sich jemand in Hypnose befindet.

Fast alle Menschen sind hypnotisierbar, weil die Hypnose ein ganz natürlicher Zustand ist, in dem wir uns mehrmals pro Tag befinden. Allerdings können sehr kleine Kinder und Menschen mit einer geistigen Behinderung den Anweisungen nicht folgen.
Leider glauben viele Leute, dass nur willensschwache Menschen hypnotisierbar sind. Doch das stimmt überhaupt nicht. Man kann sagen, dass die Hypnotisierbarkeit eines Menschen zunimmt, je intelligenter und fantasievoller die Person ist.

Überhaupt nicht. Sie können jederzeit mit mir sprechen, Sie bekommen alles mit und Ihr Geist ist hellwach, da Sie ja nicht schlafen. Alles, was gegen Ihren Willen gehen würde oder was Ihrer Moral oder Ethik widerspricht, wird von Ihnen einfach abgelehnt.

Normalerweise werden Sie sich an fast alles erinnern, was Sie in der Hypnose erlebt haben. Vielleicht werden Sie ein paar Einzelheiten vergessen, aber das Wichtigste, was Sie gelernt oder erfahren haben, wird Ihnen in deutlicher Erinnerung bleiben.

Da Sie zu jeder Zeit die volle Kontrolle über sich haben, werden Sie nichts erzählen, was Sie nicht möchten.

In den tausenden von Jahren der Geschichte der Hypnose ist es noch nie passiert, dass ein Mensch in der Hypnose „stecken geblieben“ ist. Normalerweise führt ein Hypnotiseur den Klienten wieder aus der Hypnose heraus. Aber sollte dies nicht möglich sein, weil die Hypnose durch ein Feuer unterbrochen werden muss oder der Hypnotiseur plötzlich tot umfällt, dann würde der Hypnotisierte einfach langsam wieder in den „normalen“ Bewusstseinszustand zurückfinden.

Unbewusstes – Unterbewusstsein – Bewusstsein

Unser Geist hat unterschiedliche Bereiche, die verschiedene Aufgaben erfüllen:

Unser Unbewusstes kümmert sich um den Körper und erhält ihn bestmöglich am Leben. Er regelt die Atmung, das Immunsystem, den Herzschlag, die Verdauung und alle weiteren unbewussten Prozesse in unserem Körper.

Das Unterbewusstsein ist wie eine Festplatte, auf die im Laufe unseres Lebens alle Ereignisse und alle Lernerfahrungen gespeichert werden. In ihm liegen unser Gedächtnis, die Gewohnheiten, die Gefühle und Emotionen. Wir greifen ständig auf diese gelernten Erfahrungen zurück, sonst müssten wir jeden Tag neu lernen, wie man sich die Schuhe bindet oder Fahrrad fährt.
Da es unvorstellbar viel Speicherkapazität hat (vergleichbar mit 3 Mio. Jahre fullHD Datenmenge), wird wirklich jeder Moment in unserem Leben aufgezeichnet. Diese Situationen sind allerdings nicht alle zugänglich. Teilweise waren wir auch zu jung, um uns daran zu erinnern.
Unser Unterbewusstsein kann zusammen mit dem Unbewussten geschätzte 2,3 Mio. Dinge gleichzeitig tun. Es trifft 95 % all unserer Entscheidungen.

Das Bewusstsein ist hingegen für die Logik, die Ratio und die Willenskraft zuständig. Es filtert die Informationen, die wichtig für uns sind, heraus. Es kann nur 7 ± 2 Dinge gleichzeitig tun und trifft nur 5 % der Entscheidungen, die uns im alltäglichen Leben begegnen.

Der strenge Türsteher

Im Bewusstsein liegt auch der „Kritische Faktor“ (Türsteher), der immer kontrolliert, was aus dem Unterbewusstsein raus und was dort hinein darf. Wenn eine Information zu den Vorerfahrungen und früher abgespeicherten Informationen passt, wird sie aufgenommen und verstärkt unsere Glaubenssätze und Gewohnheiten. Wenn sie nicht dazu passt, wird sie einfach abgewiesen.
Wenn ich zum Beispiel die Überzeugung habe „Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden.“ und mir jemand sagt, dass er mich sehr gerne hat, kann ich das einfach nicht glauben und der Satz wird von meinem Türsteher abgewiesen und kann nicht in mich eindringen.

Wer gewinnt?

In dieser Gegenüberstellung von Bewusstsein und Unterbewusstsein wird schnell klar, dass Handlungsweisen und Gefühle fast immer von unserem Unterbewusstsein gesteuert werden. Wenn es also ein Konflikt dieser beiden gibt, gewinnt fast immer das Unterbewusstsein. Deshalb ist es auch so schwer, seine Denkweisen und Handlungsmuster zu verändern. Der Verstand ist vielleicht vernünftig und will Schokolade als ungesund ablehnen, aber das Unterbewusstsein hält dagegen: „Das habe ich mir nun wirklich verdient, es zeigt mir, dass ich wertvoll bin und mich belohnen darf. Das kurze Gefühl der Entspannung und des Genusses ist es mir wert. Diese Gefühle sind für mich lebensnotwendig. Außerdem gibt es nach dem Essen immer etwas Süßes!“
Wenn Sie in Hypnose sind, haben Sie einen direkten Zugang und deshalb auch Einfluss auf ihr Unterbewusstsein. So kann man ihm auch neue Denkweisen und Handlungsmuster vorschlagen.
Der erste Schritt zur nachhaltigen Veränderung ist also, dass Sie sich auf die Hypnose einlassen. So kann das bewusste Denken in den Hintergrund treten und der Türsteher kann die positiven Vorschläge hereinlassen. Er tritt sozusagen zur Seite und gibt seine Funktion als Beschützer und Wächter für eine kurze Zeit lang auf, solange Sie das wollen.

Die Rolle des Hypnotiseurs

Der Hypnotiseur hilft dabei, diesen angenehmen Zustand leicht zu erreichen. Aber eigentlich führt der Hypnotisierte die Hypnose selbst herbei, indem er die Anleitungen des Hypnotiseurs nacheinander befolgt und sich darauf einlässt. Deshalb sagt man auch: Jede Hypnose ist eigentlich eine Selbsthypnose. Man kann es sich vorstellen wie bei einem Tanz: Der Hypnotiseur führt, aber der Hypnotisierte muss mittanzen, sonst ergibt es keinen schönen Tanz.
So wird auch schnell klar, dass der Hypnotisierte zu jeder Zeit die volle Kontrolle behält und sogar einfach den „Tanz“ abbrechen könnte, indem er nicht mehr mitmacht. Er muss also immer zustimmen und diesen Zustand erreichen und erhalten wollen.

Aber: das Pendel benutzen moderne Hypnotiseure fast nie mehr. Vielmehr leiten sie die Hypnose mit Worten ein, auf die der Klient lauscht.

Hypnose - Pendel in der Hand

Eine besondere Fähigkeit unseres Geistes

Wenn wir uns etwas vorstellen und in Gedanken etwas erleben, reagiert unser Geist und somit auch unser Körper genau so, als würde es gerade in Realität passieren. Denn der Geist kann nicht zwischen Gegenwart, Vergangenheit oder Zukunft unterscheiden. Diese Tatsache kennen Sie: wenn Sie sich an ein wunderschönes Erlebnis in der Vergangenheit erinnern, erleben Sie automatisch schöne Gefühle und es werden Glückshormone ausgeschüttet. Wenn Sie hingegen Angst haben vor einem Ereignis, das erst in Zukunft stattfinden wird, erleben Sie die gleiche Wirkung, z.B. die Angstreaktion des Körpers, als würden Sie sich gerade in dieser schrecklichen Situation befinden.
In Hypnose ist unsere Vorstellungskraft sogar noch viel größer als im normalen Wachbewusstsein. Es ist daher beispielsweise möglich, Situationen, die in der Zukunft stattfinden werden, schon einmal zu „üben“ und sich diese bestmöglich vorzustellen. Das führt dann dazu, dass man vielleicht ganz gelassen in einer sonst angespannten Situation ist.

Unterschiedliche Frequenzen

Im menschlichen Gehirn werden ständig unterschiedliche Zustände erzeugt. Denn das Gehirn schwingt nicht immer gleich. Dies kann man auch ganz einfach mit einem EEG messen.
Welche Frequenzbänder treffen wir bei unseren Mitmenschen hauptsächlich an?
Die meisten Erwachsenen sind oft in „beta“, wir können uns unterhalten, nachdenken, kombinieren, Probleme lösen… Doch dies könnte das Gehirn nicht den ganzen Tag über durchhalten. Deshalb fahren wir immer wieder herunter, auf „alpha“, und erholen uns. Das passiert unbemerkt immer wieder über den Tag verteilt. Wenn wir kreativ sind, tagträumen oder entspannt Auto fahren, merken wir, dass wir manchmal gar nicht alles mitbekommen und z.B. aus Versehen eine Ausfahrt auf der Autobahn verpasst haben.
Auch die Gehirne von Kindern schwingen in niedrigeren Frequenzbändern und sind deshalb sehr aufnahmefähig und können effektiv lernen. Kleine Kinder sind sozusagen immer in einem Zustand, der für uns Hypnose bedeuten würde.

Frequenzband Frequenz Zustand des Menschen
Tätigkeiten
Empfänglichkeit
Gamma > 38 Hz geistige Höchstleistung, Meditation  
Beta 12 – 38 Hz wach und aufmerksam, konzentriert, bei vollem Bewusstsein, Aufmerksamkeit nach außen gerichtet Alles, was zu jdm. gesagt wird, wird zuerst auf Wahrheit/ Stimmigkeit überprüft
Alpha 8 – 12 Hz wach aber entspannt, passiv, ruhig, kreativ,
leichte bis mäßige Entspannung, nach dem Aufwachen, vor dem Einschlafen, bei Tagträumen, beim Fernsehen, beim Autofahren bekannter Strecken, leichte Hypnose
Die Fähigkeit des Teils im Gehirn, der überprüft, ist eingeschränkt, deshalb wird vieles als wahr empfunden, beispielsweise spürt man die Traurigkeit, die eine Figur in einem Film gerade erlebt
Theta 3 – 8 Hz Traumzustand, Traumschlaf, REM-Phase, tiefe Entspannung, Zustand nach Schock, mitteltiefe bis tiefe Hypnose Die Fähigkeit des Teils im Gehirn, der überprüft, ist stark eingeschränkt, kaum kritisches Denken möglich, Suggestionen werden gut angenommen
Delta 0,2 – 3 Hz tiefer, traumloser Schlaf, Unbewusstsein aktiv, komatöse Zustände, tiefe Hypnose

Die Hypnose in der Wissenschaft

Seit vielen Jahren beschäftigen sich Neurobiologen, Mediziner und Psychologen intensiv mit der Erforschung der Hypnose. Dabei werden auch EEG-Messungen und bildgebende Verfahren mit dem MRT durchgeführt. Desweiteren wurden viele Studien gemacht, welche die Wirksamkeit der Hypnose eindeutig belegen. Hierbei wurde die Hypnosetherapie bei den verschiedensten Krankheiten eingesetzt.
Auch die Behandlung von Schmerzen ist mithilfe der Hypnose sehr wirkungsvoll. Es kann sogar Schmerzfreiheit hergestellt werden, die bei Operationen zur Betäubung ohne chemische Betäubungsmittel zum Einsatz kommt.
Die Selbstheilungskräfte können gestärkt werden und in tiefer Hypnose kann ein Mensch wunderbar regenerieren und das Immunsystem kann bestens arbeiten.